Zertifizierungskurs:
Delinquenzprävention bei Minderjährigen
Fokus: Schutz vor Gewalt & Medienmissbrauch
Körperlich + seelische Gewalt
Seelische + geistige Gewalt
Mutproben + mediale Gewalt
Sexualisierte + sexuelle Gewalt
Fight, Flight sowie Freeze
Laut einer Umfrage der DGVU (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) ist die Zahl der gewaltbedingten Unfälle an Schulen rückläufig, allerdings werden nicht alle Formen von Gewalt erfasst. Im Jahr 2023 gab es rund 65.000 solcher Schülerunfälle, die meisten davon in den Pausen. Jungen waren dabei dreimal häufiger betroffen als Mädchen, und besonders oft traf es Schüler im Alter von 10 bis 13 Jahren. Psychische Gewalt wie Beleidigungen, Mobbing oder körperlich-sexualisierte Peergewalt wird in der Statistik nicht berücksichtigt, da sie häufig nicht zu einem Arztbesuch führt.
Kinder und Jugendliche mit delinquentem Verhalten zeigen oft impulsive, verletzende oder widerspenstige Reaktionen und überschreiten dabei soziale Normen und gesetzliche Regeln – von Verhaltensauffälligkeiten über asoziales Handeln mit einer Neigung zu abweichendem Verhalten bis hin zu konkreten Folgen. Das reicht von kleineren Verstößen bis zu schweren Straftaten, die bei unter 14-Jährigen wegen fehlender strafrechtlicher Verantwortlichkeit nicht geahndet werden. Im kollegialem Austausch wird zwischen langanhaltender Delinquenz, die bereits im Kindesalter beginnt, und meist vorübergehender Jugenddelinquenz gesprochen.
Neben der Familie, die besonders für strafunmündige Kinder die wichtigste Bezugsperson ist, spielen vor allem Schule, Polizei, Justiz sowie Kinder- und Jugendhilfe eine zentrale Rolle. Mit vielfältigen Strategien unterstützen sie das soziale Lernen und den Kompetenzerwerb von Kindern und Jugendlichen – sowohl zur allgemeinen und frühzeitigen Prävention als auch zur gezielten Bearbeitung anhaltender Delinquenz. Der pädagogische Ansatz berücksichtigt, dass es in der Delinquenzprävention um junge Menschen geht, die ihre Identität und ihr moralisches Bewusstsein noch entwickeln, ihren Platz in der Gesellschaft finden und ihre Grenzen kennenlernen müssen.
In diesem Seminar geht es um die vielfältigen Formen von Gewalt im schulischen und außerschulischen Umfeld. Der Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit missbräuchlichen und gewalttätigen Personen, um Gewalt an Grundschulen zu bekämpfen und bestehende Lücken in Informations- und Fallmanagementstrukturen zukunftsorientiert zu schließen. Ziel ist es, für teils entwicklungs- und lebensbedrohliche Gewaltformen zu sensibilisieren und praxisnahe Konzepte zum Schutz vor Gewalt, Medienmissbrauch und sexuellen Übergriffen in den Schulalltag zu integrieren. Die Inhalte werden anhand von Fallbeispielen aus verschiedenen Kontexten anschaulich vermittelt.
Waffen gemäß § 1 Absatz 2 in Verbindung mit Abschnitt 1 der Anlage 1 zu § 1 Absatz 4 WaffG
- Hieb-, Stoß-, Stich-, Schuss-, Schreckschuss-, Reizstoff-, Signalwaffen
- Pfeilabschussgeräte, Armbrüste
- Spring-, Fall-, Faust- oder Butterflymesser
Messer umfassen alle Arten von Klingen, auch solche für den täglichen Gebrauch, als Werkzeug oder für andere Zwecke. Dazu zählen zum Beispiel Küchen-, Taschen- und andere Gebrauchsmesser außerhalb der eigenen Wohnung, von Geschäftsräumen oder des eigenen umzäunten Grundstücks. Ein direkter Zugriff gilt in der Regel als ausgeschlossen, wenn der genannte Gegenstand in einem verschlossenen Behältnis transportiert wird oder nur mit mehr als drei Handgriffen erreichbar ist.
Hybrid-Zusatzqualifikation: Delinquenzprävention
176 Unterrichtstunden (132 Zeitstunden) zuzüglich 50 Stunden Intervision und Peergruppe (Basiscurriculum)
Modul 1
Prävention und Intervention
Kinder und Jugendliche stehen oft mitten in einem Wirrwarr aus Gegensätzen: dem Wunsch nach Nähe und Beziehung, aber auch der Angst, sich darauf einzulassen. Sie erleben mehr geschlechtliche Vielfalt (LSBTIQ), gleichzeitig aber auch durch Pornografie und bestimmte Medien vermittelte Homo- und Transphobie. Dazu kommt der Spagat zwischen einem gesunden Verständnis von Sexualität und grenzüberschreitendem Verhalten, das möglicherweise auf frühkindliche Traumatisierungen zurückgeht.
Die Hilfe- und Schutzplanung zur Delinquenzprävention setzt auf eine Komposition aus pädagogischen, sozialen und rechtlichen Interventionen. Institutionen und Jugendämter wenden gemeinsam präventive Strategien an, um Kinder und Jugendliche eine positive Entwicklung zu ermöglichen um langfristig negative Entwicklungen zu verhindern.
Gewaltpräventive Themen des Modul 1
1. Seminartag
- Psychische Gesundheit + Störungen; Neuroplastizität; psychosexuelle Entwickung; traumazentrierte Kriseninvention; professionelles Helfersymstemangebote
2. Semiartag
- Sexualität und Sprache im beruflichen Kontext; sexuelle Rechte; Sexualpädagogisches Konzept implemenentieren
Tragen Sie sich frühzeitig unverbindlich in die geführte Interessentenliste für 2027 ein. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um eine persönliche und intensive Betreuung zu ermöglichen.
Sobald Sie sich verbindlich angemeldet haben, bekommen Sie eine Bestätigung mit allen wichtigen Infos zum Kursablauf und den Zugangsdaten für die Online-Module.
Modul 2
Gewalt gegen Kinder
Gewalt gegen Kinder wird oft von Menschen verübt, die ihnen nahestehen, wie Eltern, enge Bezugspersonen, Erziehende oder Lehrkräfte, kann aber auch von Fremden oder Gleichaltrigen ausgehen. Sie umfasst sowohl aktive Handlungen, die Schaden anrichten, als auch das Unterlassen, grundlegende Bedürfnisse des Kindes zu erfüllen. Wichtig ist, dass die Auswirkungen für das Kind schädlich sind – unabhängig davon, ob die handelnden Personen dies bewusst oder unbewusst tun.
Körperliche Gewalt gegen Kinder und häusliche Gewalt zwischen Partnern spiegeln oft die Perspektive der misshandelnden Person wider, besonders die komplizierten Verstrickungen zwischen Täter und Opfer im sozialen Umfeld. Immer wieder treten dabei Lücken in den Informations- und Fallmanagementstrukturen im Zusammenhang mit Kinderschutzmeldungen zutage.
Gewaltpräventive Themen Modul 2
1. Seminartag
- Dynamik von Gewaltformen; Fantasien und Hemmschwellen; Risiko- und Schutzfaktoren; Strategien von Tatbegehenden
2. Seminartag
- Beteiligungsrechte, intervenierende Auswirkungen mit Tatbegehenden; Schutzkonzept evaluieren; Verhaltenskodex
Tragen Sie sich frühzeitig unverbindlich in die geführte Interessentenliste für 2027 ein. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um eine persönliche und intensive Betreuung zu ermöglichen.
Sobald Sie sich verbindlich angemeldet haben, bekommen Sie eine Bestätigung mit allen wichtigen Infos zum Kursablauf und den Zugangsdaten für die Online-Module.
Modul 3
Schwere Gewalt gegen Kinder
Gewalt gegen Kinder im häuslichen Umfeld reicht von Vernachlässigung und psychischer Gewalt bis hin zu schwerer körperlicher Gewalt und sogar der Tötung des eigenen Kindes. In solchen extremen Fällen gibt es spezifische Gewaltdynamiken, die letztlich zum Tod eines Kindes führen können.
Gewaltpräventive Themen Modul 3
1. Seminartag
- Auswirkungen von Gewalt an Kindern im häuslichen Kontext; Kind als Opfer bei Partnergewalt oder Intimpartnertötung
2. Seminartag
- Frühwarnsysteme bei Kindstötung; Bindungsmuster der Tatbegehenden
Tragen Sie sich frühzeitig unverbindlich in die geführte Interessentenliste für 2027 ein. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um eine persönliche und intensive Betreuung zu ermöglichen.
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4. Modul: Sexuelle Übergriffe unter Kindern
In diesem sensiblen Fachbereich ist spezifisches Fachwissen erforderlich, um sexuelle Übergriffe von alterstypischem sexuellem Ausprobieren, wie den sogenannten "Doktorspielen", unterscheiden zu können und entsprechend sachlich und fachlich mit den jeweiligen Facetten umzugehen.
Gewaltpräventive Themen Modul 4
1. Seminartag
- Entwicklungspsychologie; Bindungstheorien; Indikatoren für sexualisierte und sexuelle Übergriffe; Ampelbögen und Dokumentation
2. Seminartag
- Fallarbeit von sexualisierter und sexueller Gewalt betroffener Kinder mit konzeptionellen Gedanken zu sexualpädagogischen Interventionen
Tragen Sie sich frühzeitig unverbindlich in die geführte Interessentenliste für 2027 ein. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um eine persönliche und intensive Betreuung zu ermöglichen.
Sobald Sie sich verbindlich angemeldet haben, bekommen Sie eine Bestätigung mit allen wichtigen Infos zum Kursablauf und den Zugangsdaten für die Online-Module.
Modul 5
Sexuell übergriffige Jugendliche
Mediale Einflüsse spielen eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung von Fantasiekonstrukten und dem Tatverhalten junger Täter. Häufig finden sexuelle Übergriffe durch junge Tatbegehende im Rahmen gruppendynamischer Prozesse statt.
Gewaltpräventive Themen Modul 5
1. Seminartag
- Abgrenzung von physisch gewalttätigen Personen, verschiedene Typologien und Tatdynamiken, sexuelle Übergriffe in Gruppensituationen sowie das Erkennen tödlicher Gewalt im Vorfeld.
2. Seminartag
- Sexuelle Vorlieben und Abweichungen, der Einfluss von Medien auf Handlungen innerhalb von Fantasiekonstrukten sowie die Wirkung von Taten in einer Peergruppe.
Tragen Sie sich frühzeitig unverbindlich in die geführte Interessentenliste für 2027 ein. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um eine persönliche und intensive Betreuung zu ermöglichen.
Sobald Sie sich verbindlich angemeldet haben, bekommen Sie eine Bestätigung mit allen wichtigen Infos zum Kursablauf und den Zugangsdaten für die Online-Module.
Modul 6
Sexueller Missbrauch & Missbrauchsabbildungen
Die digitale Welt bietet Sexualtatbegehenden eine Vielzahl von Möglichkeiten Kinder und Jugendliche anzulocken um sich in der realen Welt zu verabreden auch Missbrauchsabbildungen zu verkaufen.
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1. Seminartag
- Missbrauchsabbildungen
- Fake Pornos via KI
2. Seminartag
- Medienpädagogisches Konzept evaluieren
Modul 7
Präventionsansätze
Wenn es um sexuelle Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche geht, treten oft emotionale, persönliche oder fachliche Überforderungen auf, die den professionellen Umgang mit solchen Vorfällen und deren Prävention erschweren oder manchmal sogar unmöglich machen. Förderlich ist die Implementierung eines Gesundheitsmanagements am Arbeitsplatz.
1. Seminartag
- Historie der Prävention
- Präventionspyramide
- Präventionsarbeit mit Minderjährigen
- Präventionsbereiche von Erwachsenen
2. Seminartag
- Bagatellisierungs- und Verleugnungstendenzen
- Systemische Überforderungsphänomene
- Materialien + Ausstellungen
- Methoden + Übungen
Modul 8
Sexueller Missbrauch in Institutionen
Sexualisierte Grenzüberschreitungen und sexueller Missbrauch in Institutionen sind ein ernstes Problem, das oft durch Machtmissbrauch und strukturelle Ungleichgewichte begünstigt wird und umfassende Präventions- und Interventionsmaßnahmen erfordert. Die gesellschaftliche Tabuisierung erschwert die Prävention und Aufarbeitung. Betroffene erzählen von fehlender Unterstützung und davon, wie schwer es ist, jemanden zu finden, der ihnen zuhört. Das Schweigen von Mitwissenden aus Angst oder Scham macht die Situation für sie noch belastender.
1. Seminartag
- Historie . Zahlen . Fakten
- Aufarbeitung nach Aufdeckung
- Organisatorische Interventionen
2. Seminartag
- institutionelle Schutzfaktoren
- Was tun, wenn Mitarbeitende beschuldigt werden?
- Spätfolgen
Modul 9
Traumapädagogik
Ein fundierter wissenschaftlicher Blick auf die komplexen Zusammenhänge von Traumata und deren Einfluss auf die neuronale Entwicklung sowie die Gestaltung von Beziehungen, gestützt auf Erkenntnisse aus der Bindungs-, Resilienz- und Hirnforschung. Psychosoziale Auffälligkeiten, psychische Störungen und dysfunktionale Verhaltensweisen lassen auf entwicklungsbedingte Handlungsmuster schließen, die mit überlebenswichtigen Strategien der Betroffenen verbunden sind.
1. Seminartag
- Historie der Traumapädagogik
- Akuttrauma
- Psychotraumatologie
- Stabilisierungsphasen bei PTBS
2. Seminartag
- Hinweise in Zeichnungen
- Imaginationsübungen
- Methodentraining
- Fallbesprechungen
Modul 10
Fallmanagement
Das Ziel des Casemanagements ist eine gut organisierte und bedarfsgerechte Unterstützung, bei der der Versorgungsbedarf eines Minderjährigen, Heranwachsenden oder Erwachsenen gedeckt wird. Dabei werden sowohl der festgelegte Zeitraum als auch die bestehenden Grenzen zwischen Institutionen, Kliniken und Behörden mit ihren Zuständigkeiten geplant, umgesetzt, koordiniert, überwacht und bewertet.
1. Seminartag
- Aufgaben- und Rollenverteilung im Team
- Systemische Betrachtung
- Bagatellisierung . Verhinderung . Verleugnung
2. Seminartag
- Prozessmanagement
- Kollegiale Beratung
- Coaching nach dem 4-Augen-Prinzip
Modul 11
Interventionsplanung gemäß §§ 8 SGB . 4 KKG . 1666 BGB . 13 STGB
Basierend auf dem bisherigen Verständnis des Falls und unter Berücksichtigung der Ziele werden gemeinsam mit allen Beteiligten passende Interventionen entwickelt, geplant und abgestimmt.
1. Seminartag
- Anamnese
- Geno- und Soziogrammarbeit
- Risikoanalyse
- Gefährdungseinschätzung
2. Seminartag
- Meldungen an Behörden
- Schutz- und Hilfeplanung
- Clearing
- Anhörung des Familiengerichts
Zertifizierung
Nach Abschluss eines Einzelseminars erhalten Sie eine Teilanahmebescheinigung für die jeweilige Veranstaltung.
Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Absolvieren mit einer 95%tiger Anwesenheit das IDPK Zertifikat Fachkraft für traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt: DelinquenzPrävention.
Ergänzende Beratungsinformationen
Vertrauensvolle Beratung für Fachkräfte
Das Beratungsangebot der ISEF ist speziell auf die Bedürfnisse von Fachkräften im Gesundheits- und Sozialwesen zugeschnitten, um den sicheren Umgang und das Wohl jedes Kindes sicherzustellen.
Individuelle Unterstützung und Schulungen
Neben Risikoanalysen werden praxisorientierte Trainings angeboten, die auf alltägliche Herausforderungen im Kinderschutz abgestimmt sind, um die Handlungskompetenz zu stärken.
Klare Kommunikation und Transparenz
Der Wert des präventiven Fallmanagements zeigt sich in einer offenen und klaren Kommunikation sowie transparenten Prozessen, sodass Sie sich stets gut informiert und begleitet fühlen.
IDPK Institut für
Delinquenzprävention & Krisen
Leitung: Kathrin Wendt
+49 (0) 152 57.68.60.13
[email protected]